Harzer-Hexen-Stieg

Sonntag, 15. August 2010

harzer-hexen-stieg

meine erste wanderreportage schreibe ich über den harzer-hexen-stieg.

der harzer-hexen-stieg führt mit einer länge von ca. 95-150 kilometern und in 5-7 etappen quer durch den harz. 2007 wurde er als qualitätsweg ausgezeichnet und 2008 zum beliebtesten wanderweg in deutschland gewählt.
der weitwanderweg führt von ostrerode in niedersachsen über den brocken bis nach thale in sachsen-anhalt. damit ist er einer der wenigen wanderwege, die ost- und westdeutsche gebiete und den ehemals nicht zugänglichen brocken zum wandern vereint.
der harzer-hexen-stieg kann in 5 etappen (95 km) erwandert werden. zusätzlich gibt es zwei alternative routen: die brockenumgehung und eine südliche strecke um die rappbodetalsperre.

ich habe mich für die 5-tages-strecke analog dem kartoguide harzer hexen-stieg wanderführer entschieden. die empfehlung, die strecke von west nach ost zu erwandern, kann ich ebenfalls nur unterstreichen. von etappe zu etappe wird der weg ursprünglicher und abwechslungsreicher.
die 4. etappe ist mit mehr als 28 kilometern ziemlich lang. bei einer zweiten wanderung würde ich als etappenort nicht drei annen hohne, sondern königshütte wählen, wie auf der webseite wanderbares deutschland angegeben.

die etappen:
  1. osterode - buntenbock (11 km)
  2. buntenbock - torfhaus (21 km)
  3. torfhaus - brocken - drei annen hohne (20 km)
  4. drei annen hohne - altenbrak (29 km)
  5. altenbrak - thale (14 km)
das symbol für den harzer-hexen-stieg ist eine kleine weiße hexe auf grünem grund:

Freitag, 13. August 2010

5. etappe: altenbrak - thale

start: altenbrak
ziel: thale
länge: 14 km
höhenunterschied: -126 m
wanderzeit: ca. 3,5 h
besichtigung hexentanzplatz und rosstrappe: ca. 3 h

die strecke ist kurz, aber in thale erwarten mich noch ein paar sehenswürdigkeiten. daher starte ich wieder so früh wie möglich. im hotel gab es ein sparsames frühstück, da eigentlich erst ab 8 gegessen werden kann. bei tollem sonnenschein geht es los und ich werfe einen letzten blick auf einen wirklich wunderschönen ort. ich nehme mir vor, altenbrak bald wieder zu besuchen.

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auch wenn es nicht geregnet hat, sind die wiesen feucht. die natur hat etwas von spätsommer. gefühlt kündigt sich der herbst an.

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mein weg führt ins bodetal, das hier noch flach und weitläufig ist. mit einmal raschelt es rechts im gebüsch. ich sehe ein reh (rotwild? keine ahnung) und dann noch eins. die beiden sind überrascht - ich auch. aber leider habe ich die kamera nicht parat und der klettverschluss der tasche verscheucht die beiden. schade, aber auch ohne foto habe ich das bild in erinnerung.
hinter treseburg beginnt das eigentliche bodetal. der weg führt rechts der bode entlang. der anfangs noch flache wald verschwindet und felsen kommen zum vorschein.

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die bode wird bald ein kleiner reißender fluss.

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immer wieder warnen schilder auf dem äußerst anspruchsvollen weg vor herabstürzendem geröll. ganze halden zeugen davon.

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zwischen den bäumen kann man das felsental jetzt deutlich erkennen. der weg wird immer steiniger und steiler.

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nach etlichen stufen und windungen erreiche ich den bodekessel. hier brodelt und "kocht" das wasser regelrecht.

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der wanderweg zur rosstrappe ist durch einen erdrutsch verschüttet. daher entscheide ich mich viertel nach 11 für eine kurze pause bei kaffee und kuchen und die seilbahn bzw. den sessellift.

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die seilbahn bringt mich in wenigen minuten in schwindelerregende höhen und hinauf zum hexentanzplatz.

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oben angekommen hat man einen gigantischen blick über das bodetal. leider ist es doch wieder diesig.

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der hexentanzplatz enttäuscht mich. zugestellt mit parkplatz, hotel sowie etlichen fress- und souvenir-buden verfehlt man fast die runde felsformation. die vielen spielenden kinder und heraumlaufenden touristen (vor allem männer, die der bronze-hexe an den hintern fassen) fotografiere ich jedenfalls nicht. daher gibt es davon kein bild. gefrustet verlasse ich nach 20 minuten den ort richtung seilbahn und wünsche mir einen rückbau zu mehr natur.
wieder im tal setze ich mich in den sessellift und lasse mich gemütlich nach oben gondeln.

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auf der rosstrappe hat man das touristische dilemma besser gelöst. ja, es gibt einen parkplatz, ein hotel und auch wieder verkaufsstände für souvenirs. aber nein, nicht direkt vor der naturgegebenen attraktion, sondern weit genug davon entfernt. das gefällt mir. ich laufe die ca. 500 meter bis zu felsenklippe und genieße erst die aussicht und dann die rosstrappe.

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während meiner mittagspause begegnet mir wieder ein tier. eine kleine maus lässt sich durch mich nicht stören und wuselt zu meinen füßen. ich werfe ein stückchen knäckebrot rüber und kurz darauf ist es weg. die maus auch.

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mit dem sessellift geht es wieder abwärts.

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auf den letzten metern des harzer-hexen-stiegs überquere ich nochmals die bode. im hintergrund winzig klein die gondeln der seilbahn.

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am bahnhof in thale endet meine 5 tage dauernde und 95 km lange wanderung. die tafeln zeigen die einzelnen etappen und wegstrecken.

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kurz darauf geht es mit dem zug nach hause.

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Donnerstag, 12. August 2010

4. etappe: drei annen hohne - altenbrak

start: drei annen hohne
ziel: altenbrak
länge: 29 km
höhenunterschied: -259 m
wanderzeit: ca. 9,5 h

die längste und auch anstrengendste etappe liegt vor mir. der gestrige saunabesuch hat äußerst gut getan. ausgeruht und frisch starte ich um 08:30 meine wanderung.
nachts hat es erneut geregnet und alles ist wieder feucht. macht aber nichts - von oben ist es trocken. ein breiter forstweg führt nach königshütte. unterwegs das erste tier.

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hinter dem ort geht es einen berg hinauf zur ruine der königsburg. links neben dem ehemaligen turm haben ein paar LARP-freunde ihr zelt aufgeschlagen.

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nach der burgruine geht es die nordroute entlang zur überleitungssperre. ein extra kleiner stausee für die bode, die sich direkt hinter königshütte aus kalter und warmer bode speist. die überleitungssperre führt jedoch wenig wasser. wie ich später feststellen werde, weil industrietaucher irgendwas reparieren müssen.

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der weg ist erneut ein gut ausgebauter forstweg, der die wanderung einfach, aber auch etwas langweilig gestaltet. da kommt der rote fuchs gerade recht. wer wen zuerst entdeckt hat, kann ich nicht sagen. zumindest starren wir uns an und ich fummle meine kamera aus der tasche. bevor der fuchs im gebüsch verschwindet, drücke ich zwei mal ab.

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am staudamm überhole ich zwei wandergruppen. die beiden damen werde ich später wiedertreffen. der nun folgende weg ist wenig spektakulär. berg auf, berg ab. wald hier, wald da. bei susenburg gibt es ein wenig andere natur zu sehen:

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hinter susenburg verläuft der weg weiter durch den hochwald zu einer hochebene, die bei schönerem wetter aussicht bis zum brocken geboten hätte.
beim aussichtspunkt hohe kleef mache ich ein foto von rübeland.

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auf der suche nach kaffee und kuchen (ja, die naschkatze schlägt wieder zu) muss ich mich bis neuwerk gedulden. ab da sind es dann noch 10 km bis altenbrak. die strecke will einfach kein ende nehmen.
unterwegs begegne ich immer wieder schön gestalteten wegweisern wie diesen.

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in neuwerk bekommt die naschkatze in mir dann was sie will und die schwarze (nasch)katze eine wander(hexe).

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hinter neuwerk wird der weg deutlich ursprünglicher, schmaler und spannender und schlängelt sich dahin. ich laufe links der bode talsperre. nach zwei kilometern treffe ich die beiden damen von heute morgen wieder. wir unterhalten uns und laufen gemeinsam bis wendenfurth.

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direkt hinter der (kleineren) talsperre wendenfurth machen wir eine pause und trinken kaffee beim fischer. es fängt an zu regnen und die beiden damen entscheiden, in wendenfurth zu übernachten. meine reise geht nochmals 6 km weiter. ich spanne meinen schirm auf und nehme die füße in die hand.
nach einer knappen stunde bin ich gegen 18 uhr in altenbrak.

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nach dem letzten blick auf die bode für heute geht es durch den ort zum hotel zum harzer jodlermeister (das nehmen die wörtlich - ich warne nur!) worbei an der dorfkirche.

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im hotel entspanne ich wieder in der sauna und danach bei leckerem essen und gejodel.

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Mittwoch, 11. August 2010

3. etappe: torfhaus - drei annen hohne

start: torfhaus
ziel: drei annen hohne
länge: 20 km
höhenunterschied: 340 m (brocken), -600 m (drei annen hohne)
wanderzeit: ca. 5 h
brockenaufenthalt: ca. 2 h

am dritten tag starte ich möglichst früh. denn immerhin liegt ein gewaltiger brocken ;-) vor mir. mittags erwartet mich im wahrsten sinne des wortes das bergfest meiner wanderung.
um 08:15 mache ich mich auf den weg. nachts hat es ausgiebig geregnet und so ist alles ordentlich nass. anfangs nieselt es noch ein wenig - aber irgendwann stecke ich den schirm weg. macht eh keinen sinn. die luft ist so feucht, da kommt es auf die paar tropfen von oben auch nicht an.
der weg ist malerisch - hier ist schon goethe richtung brocken gestartet.

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und er führt direkt durch ein moorgebiet. über einen bohlenweg kann man direkt ins moor "hineinlaufen".

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als ich auf dem quitschenberg bin (hier gibt es kaum noch bäume dank dem borkenkäfer) ahne ich schlimmes. der brocken versinkt in einer nebelwolke.

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hinter dem quitschenberg befand sich die ehemalige grenze - es ist aber nichts zu erkennen. nur die betonplatten auf dem weg zu den hirschhörnern erinnern daran.

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nach dem steilen anstieg führt der weg schwungvoll am berg - immer neben den schienen der brockenbahn entlang. die feuchte, neblige luft lässt keine gute weitsicht zu, aber ich kann zumindest erkennen, dass torfhaus schon einige kilometer zurückliegt.
ab 1.000 m schwindet die sicht.

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auf den letzten tausend metern zum brocken kommen mir erstmals wanderer entgegen. sie sind alle dick eingepackt, die kapuze tief ins gesicht gezogen. mir ist noch reichlich warm vom aufstieg. aber mit jedem schritt spürt man regelrecht die klimaveränderung. ok, jetzt brauche auch ich meine jacke. der wind ist eisig. ich erreiche bei 1.100 m die baumgrenze.

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oben auf dem brocken sieht man nichts. alles verschwindet hinter dichtem nebel. nach kurzem aufwärmen bei kaffee und kuchen (ja, ich bin eine naschkatze) gehe ich in den aussichtsturm hinauf. aber dort hat man scheinbar milchglasscheiben eingesetzt. die raum wirkt futuristisch.

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ich gehe hinüber ins brockenhaus und schlendere durch die kleine ausstellung. eine tafel informiert mich, dass es ca. 11°c sind - das fühlt sich aber wegen des starken windes (ca. 60 km/h) deutlich kühler an. 100% luftfeuchte tun ihr übriges. bäh - sowas von ungemütlich da draußen. aber was solls - weiter gehts.
dick eingepackt gehe ich zum höchsten punkt - eine tafel weist den weg nach hause.

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vor dem abstieg laufe ich einen teil des brockenrundwanderwegs ab. das ist stochern im nebel. man sieht eigentlich nichts. und hören tut man auch kaum was. ein bisschen gespenstisch.

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oh, was denn das?

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das ist der sendemast. sieht aber im nebel eher nach einem außerirdischen raumschiff oder einen tripod aus krieg der welten aus. jetzt aber mal zurück zur natur und runter ins tal.
ab 1.000 m wird die sicht wieder besser und mit einem lauten pfeifen kündigt sich die brockenbahn an.

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der weg hinab ist asphaltiert - alle nase lang kommt ein auto oder pferdewagen vorbei. während ich mit meinem besuch auf dem brocken die hälfte des weges hinter mir habe, kommen mir etliche wanderer entgegen, die erst nach ganz oben wollen. ich stelle grundsätzlich fest - die meisten starten nicht vor zehn uhr. mir egal - morgens ist der wald am schönsten. sieht man auch mehr tiere, wie die kommenden tagen zeigen werden.
aber erst einmal geht es wieder durch den wald. nadelwald, mischwald, laubwald, dichter wald, lichter wald, bisschen weniger wald, mehr wald. boah - grün ist nach 3 tagen definitiv nicht mehr meine lieblingsfarbe. ;-)
kurz vor drei annen hohne klettere ich auf den trudenstein und genieße die aussicht bei sonnenschein.

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gegen 15:15 erreiche ich drei annen hohne und mein gebuchtes hotel. dort im kräuterhof gönne ich mir (nein, keinen kaffee und kuchen!) einen saunabesuch. der mehrstündige abstieg steckt mir ganz schön in den knochen und muskeln. sauna ist toll!

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Dienstag, 10. August 2010

2. etappe: buntenbock - torfhaus

start: buntenbock
ziel: torfhaus
länge: 21 km
höhenunterschied: 240 m
wanderzeit: ca. 5,5 h

am zweiten tag starte ich nach einem leckeren frühstück gegen 08:45. zuerst muss ich ca. 1 km zurück zum harzer-hexen-stieg laufen, denn buntenbock liegt nicht direkt am wanderweg. dafür liegt der ort malerisch zwischen künstlich angelegten teichen, die ich eigentlich passieren sollte. leider ist der weg wegen forstarbeiten komplett gesperrt.

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die ausgeschilderte umleitung ist ebenfalls ein gut begehbarer forst- und radweg. er führt um den bärenbrucher teich und hinauf zum entensumpf, wo er wieder auf den harzer-hexen-stieg trifft. lichter nadelwald säumt den weg.

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nach einer stunde wanderzeit erreiche ich die huttaler widerwaage. ein ebenfalls künstlich angelegtes grabensystem für den bergbau.

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der wanderweg führt jetzt immer parallel zum wassergraben an einem berghang entlang. der weg ist hier schmaler und ursprünglicher. ab und an geben die tannen einen blick auf den harz frei.

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eine beeindruckende weitsicht bis nach torfhaus hat man auf dem sperberhaier damm. ab dem dammhaus geht es wieder hinein in den wald, der immer dichter und dunkler wird. nach einem kilometer treffe ich wieder auf den dammgraben, der mich die kommenden 10 km begleiten wird. die luft ist feucht und frisch. und das wasser plätschert mal leise vor sich hin oder rauscht regelrecht an einem vorbei.
auf diesem abschnitt treffe ich die meisten wanderer - ansonsten begegnet mir eigentlich niemand.

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die letzten 2,5 km bis torfhaus ist der hexen-stieg ein felsiger, steiler, schmaler weg. nach den vielen forstwegen und dem kilometerlangen wassergraben ist dies eine tolle abwechslung.

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gegen 14:15 erreiche ich torfhaus und gönne mir bei schönem wetter, kaffee und kuchen einen erstklassigen blick auf den brocken, der mich morgen erwarten wird.

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in torfhaus ist die bestbesuchte örtlichkeit die bavaria alm. ein ziemliches armutszeugnis für die region. alle anderen wirtshäuser und restaurants, die an der hauptstraße gelegen sind, haben in den letzten jahren dicht gemacht. ein einziges direkt gegenüber hält die stellung. aber ich gebe zu, mangels alternativen am abend dort gegessen zu haben. trotzdem bleibt ein fader beigeschmack, hat doch die harzer region ebenfalls schmackhaftes zu bieten.

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Montag, 9. August 2010

1. etappe: osterode - buntenbock

start: osterode
ziel: buntenbock
länge: 11 km
höhenunterschied: 380 m
wanderzeit: ca. 3 h

ich starte um 10:50 am einstieg zum harzer-hexen-stieg, den ich nicht auf anhieb finde, da ich vom bahnhof aus eine andere strecke laufe. osterode ist ein verschlafenes nest (die einwohner mögen es verzeihen) und auf der suche nach einem bäcker oder café komme ich vom eigentlichen weg ab. in der oberen neustadt sind morgens um zehn die bürgersteige hochgeklappt, hier und da riecht es etwas streng und in einem hauseingang liegt eine dreckige anzugjacke. wer die hier wohl unter welchen umständen liegengelassen hat frage ich mich. ich laufe weiter und in der waldstraße finde ich einen bäcker und gönne mir vor der etappe noch ein süßes teilchen und eine tasse kaffee. die dame hinter dem tresen hilft mir dann bei der suche nach dem weg - ich wäre sonst gänzlich falsch gelaufen. gestärkt geht es auf zur ersten etappe von osterode nach buntenbock.

der weg, dem ich folge, heißt hundscher weg. es geht stetig bergan. erst ein kleines stück an den letzten häusern und danach an wiesen vorbei, bis bald darauf der wald beginnt. der weg ist gut ausgebaut (forstweg) und erfordert keine besondere anstrengung. ich werfe einen blick zurück nach osterode und über die hügelige landschaft:

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von nun an geht es fast ausschließlich durch den wald. der forstweg ist ziemlich langweilig. nach einer knappen stunde erreiche ich königs-eck und gönne mir einen blick ins lerbachtal:

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kurz darauf erreiche ich marienblick und gönne mir eine längere pause. dort stehen geschnitzte figuren, die den weg säumen. wer will, kann sich in das hexen-stieg wanderbuch eintragen.

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nach der pause geht es weiter gen buntenbock. noch immer führt der weg bis auf wenige ausnahmen durch den wald (das wird sich auch nicht groß ändern). ich komme zügig voran und erreiche 13:45 mein etappenziel.
ich übernachte im hildesheimer haus - einem alten hotel mit morbidem charme. es erinnert ein wenig an das overlook in shining.

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buntenbock präsentiert sich mir als ruhiger ort ohne große sehenswürdigkeiten. leider. beim spaziergang treffe ich wenige einheimische und kaum touristen. ein bergwiesenweg führt durch die hochebene, vorbei an einer pferdekoppel und dem ziegenhof.

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